Es wird Zeit endlich mit dem Blog anzufangen. Seit dem Baubeginn sind jetzt nun etwas mehr als drei Monate vergangen und neulich war mein erster Arbeitstag auf der Baustelle. Inzwischen habe ich über 600 Bilder gemacht und unzählige Stunden in die Recherche gesteckt. So viele Begriffe habe ich dazugelernt, so viele Anleitungen angeschaut. Es wird Zeit, dass ich alles Wissen aufschreibe, damit andere Bauherren auch davon profitieren können.

Aber zunächst zu uns und unserem Projekt. Wir sind eine kleine Familie aus einer schönen Weinregion im Schwabenländle. Wir haben ein Grundstück im neuen Baugebiet in unserer Gemeinde ergattern können. Tatsächlich wird unser neues Haus nur 700m von unserer aktuellen Mietwohnung entfernt sein. Und ein Umzug ist dringend nötig, denn aktuell leben wir mit zwei kleinen Kindern auf 65qm. Unser Wohnzimmer dient als Wohn-/Ess-/Schlaf-/Arbeits- und natürlich auch Spielbereich. Falls einer von uns etwas Ruhe braucht, kann er sich lediglich in das Badezimmer verziehen. Den zweiten Raum – das eigentliche Schlafzimmer – haben wir für die Kinder geopfert. Hier befinden sich die Unmengen an Spielsachen, die sich gefühlt über Nacht vermehren.

Weinregion im Schwabenländle: Hier fühlen wir uns zuhause und genießen den regionalen Wein.
Er wächst buchstäblich vor unserer Haustür.

Unser Haus bauen wir mit einem regionalen Massivhausanbieter. Es war uns wichtig, dass das Haus individuell auf unsere Bedürfnisse angepasst wird. Tatsächlich planen wir an einem Haus schon mehrere Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Zumindest in unseren Köpfen. Nach unseren Vorstellungen musste unser Haus dies und das und jenes haben. Man baut ja nur einmal im Leben. Daher war es naheliegend, dass wir direkt mit einem Unternehmen bauen, welches individuell vorgeht. Dem hauseigenen Architekten haben wir eine Skizze vorgelegt und diese wurde fast 1:1 übernommen. Das war ein seltsames aber gutes Gefühl, als alle unseren Hirngespinste wirklich ernst genommen wurden und niemand gelacht hat, weil ich einen Wäscheschacht oder ähnliches haben wollte.

Hausbaufortschritt im November: Hier wird gerade das Erdgeschoss aus Ytong Steinen gebaut. Für die große Fensterfront im Wohnzimmer wurde ein Metallkäfig vorbereitet (untere Hauskante).

Am 01.10.2020 ging es los mit dem Erdaushub. Danach folgte die Bodenplatte. Die Steine stapelten sich ratzfatz und schon war die Kellerdecke drin. Das Erdgeschoss baute sich sogar noch schneller, weil wir eine große Fensterfront und entsprechend wenig Wände haben. Nach der zweiten Decke folgte das Obergeschoss und anschließend die abschließende Hausdecke. Da wir mit Flachdach bauen, haben wir ganze zwei Vollgeschosse. Ein Traum und absolut kein Vergleich zur Mietwohnung. Jeder darf sein eigenes Zimmer haben. Wie schnell man sich wohl daran gewöhnt?! 😀

Wie bereits erwähnt, war gerade der erste Tag, an dem ich wirklich selbst mitarbeiten konnte. Da wir bisher in unserem Leben kaum Kontakt zum Hausbau hatten, lassen wir fast alles vom Bauunternehmen machen. Lediglich im Innenausbau legen wir selbst Hand an. Die Wände und die Böden übernehmen wir selbst. Und den Garten, der ist mir heilig. Den muss ich selbst machen. Zumindest selbst herumkommandieren. Aber da das Haus für uns nicht nur eine Behausung darstellt, sondern ein Lebenstraum ist, haben wir uns bisher mit jedem einzelnen Gewerk ausführlichst auseinandergesetzt. In weiteren Beiträgen werde ich meine Rechercheergebnisse vorstellen, euch an unserem Bau teilhaben lassen und Empfehlungen sowie Tipps und Tricks präsentieren. Zumindest in der Theorie bin ich schon Profi. Die Praxis hat nun mit der Grundierung der Betondecke begonnen. Bis ganz bald. Mich juckt es in den Fingern. Ich muss nur noch alles runtertippen. 🙂