Als wäre das triste Wetter und die unfreundliche Kälte nicht schon hart genug, so müssen wir uns noch einige Wochen auf die Lockerungen des Lockdowns gedulden. Je mehr Zeit wir zuhause verbringen, desto öder kann uns die Einrichtung vorkommen. Der Stuhl oder der Schrank, der letzten Sommer noch in Ordnung war, kommt einem jetzt im Winter nur noch traurig vor. Doch um für ein bisschen Abwechslung Zuhause zu sorgen muss nicht gleich das ganze Mobiliar weichen. Ein Paar Kleinigkeiten aus dem Bereich der Dekoration können eine große Wirkung haben. So verschönere ich mir die Wartezeit bis zum Umzug in unser Traumhaus. Hier meine favorisierten Tipps gegen langweilige Einrichtung mit ganz vielen Bildern, die alle (!) in unserer Zweizimmerwohnung entstanden sind:

Eine Auswahl an Vasen

Wer eine Hand voll Vasen zur Auswahl hat, kann diese immer wieder neu arrangieren. Zudem hat man so immer die passende Vase für die richtigen Blumen und Zweige parat. Einzelne Beerenzweige sehen in schlanken Vasen toll aus. Große und ausladende Sträuße kooperieren gut mit großen Vasen, weil das Verhältnis stimmt. Runde Glasvasen unterstreichen die Leichtigkeit von Tulpen ideal und die Blumen haben durch die breite Öffnung die Möglichkeit natürlich zur Seite zu fallen. Und besonders dekorative und geometrisch interessante Vasen kommen sogar ohne jegliche Partner gut aus. Sie ziehen auch so alle Blicke auf sich.

Trockenblumen für Winter

Wer sich im Winter nicht auf die magere Auswahl an Schnittblumen festlegen will, hat die Möglichkeit auf Trockenblumen zurückzugreifen. Gerade erobert das Pampasgras alle Social Media Bühnen. Das Tolle ist, für Trockenblumen muss man nicht gleich tief in die Tasche greifen. Auch im Wald oder am Feldrand kann man viele Schönheiten finden. Wichtig ist hierbei die Trocknung über Kopf, wenn man noch frische Zweige und Blumen sammelt. Wenn die Blumen erst in der Vase trocknen, lassen sie oftmals den Kopf hängen, bevor sie steif werden. Und wenn wir schon beim Thema Sammeln von Blumen sind. Wäre es für die Gartenplanung nicht auch eine tolle Idee, sich im Garten einen unerschöpflichen Vorrat an späteren Trockenblumen anzulegen?

Frische Pflanzen gegen Winterdepression

Jedes Jahr gegen Ende Januar ist bei mir der Punkt erreicht, an dem ich endlich wieder mehr Sonne und mehr Grün brauche. An der Sonne kann ich nichts ändern, aber an dem Grün. Wenn es schon draußen nicht besonders grün ist, dann eben zuhause. Weil ständig neue Schnittblumen nicht gut für das Klima und auch nicht gut für den Geldbeutel sind, habe ich neuerdings wieder die Leidenschaft für Topfpflanzen entdeckt. Gerade im Winter sind die Pflanzen pflegeleicht, weil sie nur selten gegossen werden müssen. Es sei denn, sie stehen auf dem Fensterbrett über der Heizung. Hier sollte man die Pflanzenerde lieber einmal mehr überprüfen.

Gemalte Pflanzen, Hauptsache Grün

Wer so gar nicht das Händchen für Pflanzen hat, kann sich Pflanzen auch in Form von Bildern und Postern ins Haus holen. Diese gehen definitiv nicht ein und können bei Umdekoration einfach abgenommen und verstaut werden. Selbst große Wandbilder nehmen weniger Platz ein, als ausladende Zimmerpflanzen. Und wie wäre es mal mit einem eigenen Gemälde? Für besonders natürliche Farbtöne das Grün am besten selbst aus Blau und Gelb mischen, anstatt zur grünen Tube zu greifen. Wenn man zusätzlich Weiß hinzugefügt, erhält man pastellfarbene Grüntöne.

Helle Farben für bessere Laune

Das ist jetzt natürlich Geschmacksache, aber ich bevorzuge im Winter mit wenig Sonnenschein eher helle Wohntextilien, weil sie die wenigen Sonnenstrahlen besser reflektieren. Der ganze Raum wirkt freundlicher. Wer ein dunkles Sofa hat und etwas experimentieren möchte, kann eine helle Decke drüber werfen und diese mit hellen Kuschelkissen kombinieren. Wer jetzt aber mit dem Argument der Flecken kommt: das kann ich entkräftigen. Auf den schwarzen Segmenten unseres Teppich sieht man jeden einzelnen Fusel, Krümel und Staubkorn. Bei den hellen sieht man dagegen fast nie Dreck.

Kissen und Decke saisonal passend

Besonders Mutige und Dekorationswillige können sich mit saisonal passenden Wohntextilien ausstatten. Nach und nach. Und vielleicht auch bei Kleinanzeigen oder auf dem Markt? Vielleicht auch etwas regional oder selbst hergestelltes? Wie wäre es mit Rot zu Weihnachten, Grün im Frühling und Weiß im Sommer? Wer mehrere Zimmer regelmäßig umdekorieren möchte, kann die Textilien in anderen Räumen neu arrangieren und schlägt damit mehrere Fliegen mit einer Klatsche. Dabei auf Konstanten achten und nicht zu viele Farben mischen. Mit Beige, Grau oder Schwarz als Grundton kann man durchaus die Kissen und Decken regelmäßig variieren. 

Natürliche Materialien für mehr Komfort

Wer sich neue Wohntextilien anschafft, kann beim Kauf einen Blick auf das Material werfen. Natürliche Materialien wie Wolle, Baumwolle, Jute oder Leinen fühlen sich gemütlicher an und sind in der kalten Jahreszeit deutlich kuscheliger als Polyester. Im Sommer haben natürliche Materialen eine wärmeregulierende Wirkung, wie man sie von der Kleidung kennt. Übrigens, wer hat nicht schon mal ein Rotweinglas auf den Teppich gekippt? Nein, das ist nicht nur eine Szene aus Hollywood. Nachdem die erste Panik verflogen ist, habe ich alle Spuren auf dem hellen Segment des Wollteppichs restlos entfernen können. Das Material spricht für sich.

Viele Stimmungslichter anstatt einer einzelnen Deckenleuchte

Der Winter ist dunkel. Darüber brauchen wir überhaupt nicht diskutieren. Wenn die Sonne nicht rauskommt, sind unsere Lampen fast den ganzen Tag an. LED Leuchtmittel sind an dieser Stelle selbstverständlich Pflicht um nicht unnötig Strom zu verbrauchen. Wenn mehrere Lichtquellen vorhanden sind, gibt es weniger Schatten im Raum. Standlampen und Tischlampen streuen das Licht zusätzlich In unterschiedlichen Höhen. Und wenn die Kinder endlich friedlich in ihren Bettchen schlummern, wird bei uns im Wohnzimmer nur noch gedämmtes Licht angemacht um die Abendstimmung zu unterstreichen. Dimmbare Leuchtmittel sind hierbei besonders praktisch.

Kerzenhalter für diverse Kerzen

Kerzen erhellen nicht unbedingt den Raum, aber sie tragen deutlich zur Atmosphäre bei. Wer sich dekorative Kerzenhalten zulegt, hat doppelt Freude daran. Denn auch Kerzenhalter können durchaus, wie auch Vasen, ohne Partner eine gute Figur machen. Auch bei Kerzen gibt es eine breite Auswahl, denn es gibt Teelichte, Stumpenkerzen, konische Kerzen, Kerzen in verschiedenen Farben und Duftkerzen sind sowieso eine Klasse für sich. Hier gilt es zu experimentieren und seinen Favoriten zu finden.

Objekte zweckentfremden

Warum nicht auch mal einen Spiegel anstatt eines Bildes über das Bett hängen? Der Spiegel reflektiert Licht und lässt den Raum weiter und luftiger erscheinen. Diesen dekorativen Trick kann man vor allem gezielt in dunklen Räumen nutzen. Wem das zu gewagt ist, der kann kleinere Spiegel zwischen die Bilderrahmen an einer Bilderwand platzieren. Auch in dieser Konstellation haben die Spiegel den gleichen Effekt. Und Spiegel mit hübschen Rahmen gibt es genug auf dem Markt. Mit einer selbstklebenden Spiegelfolie kann man für wenig Geld auch seine alten Bilderrahmen zu Spiegeln umfunktionieren. Wie wäre es außerdem mit Bücher zur Präsentation von Objekten wie Kerzen oder kleinen Vasen? Dreht man die Bücher um, so dass nur das Papier und nicht der Buchrücken zu sehen ist, hat man gleich optische Ruhe weil nicht alle Farben auf einmal einwirken.

Weitere praktische Tipps

Hält man Oberflächen und Boden ordentlich, erzielt man ganz schnell den Effekt, als wäre das ganze Zimmer aufgeräumt. Da vor allem der Boden die größte Fläche ausmacht, hat Ordnung hier auch die größte Wirkung. Das ist übrigens auch ein super Tipp, wenn man die Räumlichkeiten noch schnell für Gäste vorbereiten möchte. In die gleiche Kategorie fällt auch der nächste Tipp: Krempel hinter Türen und Schubladen aufbewahren. Hat man offene Regale, können kleine Objekte in Boxen darin aufbewahrt werden. Außerdem gilt immer beim Einrichten: weniger ist mehr. Das gilt sowohl für Farben wie auch die Anzahl an Gegenständen und Accessoires. Der Raum lässt sich nicht nur schneller aufräumen, es ist auch angenehmer für das Auge. Nicht umsonst ist der Minimalismus beim Einrichten so erfolgreich.

Noch ein letzter Tipp von der Künstlerin in mir: Wenn man Liebhaber von Gemälden ist und sich womöglich schon eine kleine Sammlung angelegt hat, kann man diese ganz einfach aufstellen statt sie aufzuhängen. Stehende Bilder sind deutlich leichter auszutauschen. Außerdem befinden sich hängende Bilder oftmals zu hoch für den Blick des Betrachters. Es ist deutlich leichter Objekte in Bodennähe oder auf Augenhöhe zu erblicken, vor allem wenn man sich in einer sitzenden Position befindet.

Das waren meine absoluten Überlebens-Dekorations-Einrichtungstipps, die mich durch die dunkle Jahreszeit begleitet haben. Gerne könnt ihr mir von euren Strategien berichten, damit wir gemeinsam Richtung Frühling blicken können. 🙂