Zum Start in die Woche möchte ich gerne einen neuen Beitrag starten. Nachdem ich im letzten Blogbeitrag darüber berichtet habe, wie man den Bebauungsplan richtig liest, möchte ich heute in der Hausbauhistorie etwas vorspulen und über das Thema Eigenleistung schreiben. Da wir mit einem regionalen Generalunternehmen bauen, hätten wir sogar die Möglichkeit gehabt, alle Arbeiten machen zu lassen. Schlüsselfertig nennt sich das und beinhaltet sowohl Malerarbeiten, wie auch Bodenarbeiten. Lediglich die Küche und die Außenanlagen werden dabei von den Bauherren übernommen. Da wir aber solche Extrawürstchen sind und mit der Standardausführung selten zufriedenzustellen sind, haben wir die Maler- und die Bodenarbeiten aus dem Angebot herausgenommen. Seit dem schwirren mir diese beiden Themen mehr oder weniger permanent im Kopf herum, denn schließlich haben wir davon ja keine Ahnung. Aber wie ich bereits festgestellt habe, ist Hausbau kein Hexenwerk. Andere Bauherren muten sich noch viel mehr zu und kriegen es hin, also warum nicht auch wir?

Zunächst habe ich alle Flächen ausgerechnet, die wir bearbeiten müssen. Ich kam auf stolze 273qm Decke, 601qm Wand, 224m Leisten und 274qm Boden. Nicht schlecht, oder? Zum Zustand kann ich folgendes sagen:

  • Die Decken werden in rohem Zustand übergeben, da diese von den Malern gemacht worden wären. Das bedeutet, dass wir zunächst alle Decken im Haus mit Knauf Tiefengrund grundiert und anschließend die Fugen der Filigrandecken / Betondecken verspachtelt haben. Das war relativ leicht, sobald man den Dreh raus hatte. Außerdem haben wir das mit einem feinen Putz Rotband von Knauf gemacht und dieser klebt gut und lässt sich auch gut verteilen.
  • Die Wände wurden alle von den Gipsern letzte Woche fertig verputzt. Lediglich drei Kellerräume haben wir aus dem Angebot heraus genommen: Mein Hobbyzimmer, welches ich gerne rustikaler hätte; den Technik-/Waschraum, sowie den Kinoraum, da hier ein Raum im Raum mit Rigipsplatten zwecks Schallisolierung eingebaut wird. Im Ober- und Erdgeschoss wurde mit feinem Putz verputzt, in den restlichen Kellerräumen mit Kalkzementputz. Wir haben für die Kellerräume ebenfalls zwecks Schimmelschutz mit einem Kalkzementputz 120 von weber.dur gearbeitet. Dieser hat eine gröbere Körnung und lässt sich im Vergleich zum feinen Putz nicht so leicht auftragen, wie wir im Hobbyzimmer bereits festgestellt haben, was allerdings an der chemischen Zusammensetzung liegt.
  • Weiterhin kann ich aufführen, dass die Wände in der Qualitätsstufe Q2 verputzt wurden. Diese eignet sich dafür, direkt mit Raufasertapete beklebt zu werden, welche in unserem Malerangebot enthalten gewesen wäre. Da wir uns aber in der Wohnung schon daran sattgesehen haben, möchten wir keinesfalls Raufasertapete haben. Laut unserem Bauleiter kann auf Q2 nicht direkt gestrichen werden, es wäre eine „reine Katastrophe“. Die Wände sollen abgeschliffen und erneut fein verputzt werden, bevor man sie weiter bearbeiten kann. Laut den Gipsern letzte Woche, kann zunächst abgeschliffen und danach direkt gestrichen werden. Und das Internet sagt, dass andere Bauherren auch schon direkt auf Q2 gestrichen haben und glücklich waren. Und was machen wir denn nun?!
  • Der Boden wird tropfeben mit Estrich gegossen. Hier muss man laut dem Bauleiter kaum nachbessern und kann direkt mit dem Bodenbelag loslegen. Immerhin etwas, oder?

Bauzeitenplan für unser Bauvorhaben vorgegeben durch Bauleiter

Da man beim Haus logischerweise von oben nach unten arbeitet, weil die Schwerkraft alle Tropfen zu Boden fliegen lässt, haben wir auch bei der Decke angefangen. Der Plan ist folgender: Decke, Wände, Boden und so schnell wie möglich einziehen. Aber auf der Suche nach dem jeweiligen Zeitbedarf wird man im Internet leider nicht so fündig. Es kommt immer darauf an… Dennoch habe ich nicht aufgehört zu suchen und einige Richtwerte gefunden um eine grobe Planung aufstellen zu können. Meine Suchergebnisse möchte ich an dieser Stelle mit euch teilen und werde sie, sobald wir eigene Erfahrungswerte haben im zweiten Teil zum Thema Eigenleistung verifizieren.

TätigkeitFortschritt pro StundeDauer pro QuadratmeterBerechnete Dauer für unser HausVon Bauleiter geplante Dauer
Wand oder Decke grundieren20 qm/h3 min/qm14 h für 273 qm Decke10 Arbeitstage für alle Aufgaben bei Malerarbeiten
Malervlies an Decke kleben5 qm/h12 min/qm55 h für 273 qm Decke
Decke streichen10 qm/h6 min/qm27 h für 273 qm Decke
Wandputz abschleifen6 qm/h10 min/qm46 h für 275 qm Wand (geschlossene Räume)
25 h für 152 qm Wand (offener Wohn-/Ess-/Kochraum mit Galerie und Diele)
Wand streichen10 qm/h6 min/qm28 h für 275 qm Wand (geschlossen)
15 h für 152 qm Wand (offen)
Wandfliesen kleben2 qm/h30 min/qm39 h für 78 qm Wand (Bäder)
16 h für 32 qm Wand (Spa)
14 Arbeitstage für alle Aufgaben bei Wandfliesen
Bodenfliesen kleben3 qm/h20 min/qm9 h für 25 qm (Bäder)
21 h für 62 qm (Kellerräume)
10 Arbeitstage für alle Aufgaben bei Bodenfliesen
Fliesen verfugen6 qm/h10 min/qm17 h für 103 qm Wand und Boden (Bäder)
16 h für 94 qm Wand und Boden (Kellerräume)
Parkett klebend verlegen4 qm/h15 min/qm44 h für 175 qm Boden10 Arbeitstage für alle Aufgaben bei Bodenbelag
Fußbodenleisten kleben10 m/h6 min/m11h für 105 m Leisten

Rechne ich nun alle Malerarbeiten von der Grundierung der Decke, über das Abschleifen der Fugen mit einem Langhalsschleifer bis zum Streichen der Wände zusammen, komme ich auf 210 Arbeitsstunden. Das macht 27 Arbeitstage, wenn ich von 8 Stunden pro Arbeitstag ausgehe. Das hört sich im ersten Moment echt viel an. Aber mit einmal Streichen ist es ja nicht getan. Es muss wahrscheinlich jede Wand und jede Decke mindestens zwei Mal gestrichen werden, damit sie auch fleckenlos wird. Daher halte ich meine Rechnung an dieser Stelle für realistisch.

Bei den Wandfliesen komme ich auf 56 Stunden in den Bädern. Das wiederum sind 7 Arbeitstage und damit liege ich mit meiner Rechnung bei genau der Hälfte von der veranschlagten Dauer von unserem Bauleiter. Bei den Bodenfliesen komme ich sogar auf nur 37 Stunden bzw. 5 Arbeitstage und treffe wieder nur die Hälfte von der Dauer des Bauleiters. An dieser Stelle ist meine Rechnung vermutlich zu optimistisch, da ich unsichtbare Arbeiten, wie das Grundieren der Duschwände, das Anbringen der Fliesenprofile oder das Zurechtschneiden der Fliesen nicht beachtet habe. Allerdings ist das vorerst in Ordnung, da wir die Fliesen in den Badezimmern abgeben und vom Profi machen lassen. In dieser Zeit versuchen wir uns an den Bodenfliesen der Kellerräume und hoffen, dass meine Rechnung aufgeht.

Im Ober- und Erdgeschoss möchten wir Parkettdielen klebend verlegen, damit die Wärmeleitung der Fußbodenheizung möglichst effizient bleibt. Hier komme ich bei meiner Rechnung auf 44 Stunden, welche 5,5 Arbeitstagen entsprechen. Vom Bauleiter werden 10 Arbeitstage veranschlagt. Da das Verlegen vom Bodenbelag aber eine der letzten Leistungen sein wird, haben wir keinen Druck mehr, es zeitlich nicht mehr zu schaffen. Es würde lediglich den Einbau der Türen und letztendlich den Umzug verzögern, aber keine anderen Arbeiten. Die Endmontage von Heizung, Sanitär und Technik kann auch ohne Bodenbelag stattfinden.

Was ist nun der Plan – Mein Fazit

Der Plan an sich ist wieder ganz einfach: schnell fertig werden und einziehen. Aber Spaß beiseite. 😀

Diese exakte Aufstellung hat mir einen guten Überblick darüber gegeben, welche Arbeiten in welcher Reihenfolge gemacht werden müssen. Die grobe Berechnung sowie der Vergleich mit der Angabe von unserem Bauleiter ließ zudem abschätzen, wie realistisch meine Berechnung ist. Während aber alle Arbeiten vom Bauleiter nacheinander eingeplant sind, können wir uns etwas Zeit erkaufen, indem wir beispielsweise das Fließenlegen in den Bädern an einen Fachmann auslagern und in dieser Zeit parallel die Malerarbeiten oder das Fließen der Kellerräume durchführen. Außerdem nutzen wir die lange Pause im März. Während der Estrich trocknet, werden wir bereits mit den trockenen Arbeiten wie dem Abschleifen der Wände beginnen. Da die Decken bereits jetzt schon vorbereitet sind, fällt dieser Punkt auch schon weg. Das bedeutet, dass wir ab April mit dem Kleben von Malervlies beginnen können. Darauf hin folgt das Streichen der Decken. Wir peilen außerdem eine Art Zwischenlösung für die Wände an. Wir möchten uns den Schritt mit den Tapeten an den Wänden sparen und schleifen statt dessen nur ab. Da die Gipser sehr ordenlich verputzt haben, sind wir optimistisch, dass unser Plan aufgeht. Wie bereits geschrieben, gibt es durchaus Bauherren, welche ohne jegliche Nachbesserung des Putzes mit gutem Ergebnis gestrichen haben. Letztendlich ist es auch eine subjektive Betrachtung. In geschlossenen Räumen, wie den Kinderzimmern, dem Schlafzimmer oder Büro würde uns die eine oder die andere Macke an der Wand nicht stören. Das Haus würde dadurch seinen Charme bekommen. Sollte es sich während der Arbeiten herausstellen, dass unser Plan doch nicht aufgeht, würden wir uns für den großen offenen Raum des Wohn-/Ess-/Kochbereichs mit Galerie und Diele professionelle Unterstützung holen. Diesen Punkt meißeln wir also noch nicht in Stein. Super wäre es, wenn die anschließenden Bodenarbeiten bis Ende Mai fertig werden würden, sodass wir im Juni tatsächlich umziehen können. Wie lange die einzelnen Arbeiten tatsächlich gedauert haben werden, werde ich euch natürlich im zweiten Teil berichten.

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